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Der Effekt von Cialis (tadalafil) auf die Libido ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass es auch Krebs bekämpfen kann. Ein Forschungseam der "Johns Hopkins University School of Medicine" hat gerade begonnen, Patienten für eine klinischen Studie zur Behandlung Kopf-und Halskrebs durch Cialis aufzunehmen.
Die Ironie ist hier, dass die Cialis bei der Behandlung von Tumoren helfen kann, die durch Oralsex ausgelöst werden können - etwas, was durch Cialis wahrscheinlicher ist. Eine wachsende Zahl von solchen Krebserkrankungen scheinen von Infektionen mit dem "human Papilloma-Virus (HPV)", der sich durch oral-genitalen Sex ausbreitet, ausgelöst zu werden, meint Maura Gillison, ein Krebsforscher der "Ohio State" Universität, letzte Woche bei einem Symposium der "Damon Runyon Cancer Research Foundation Clinical Investigator" in New York.
Ähnlich anderer Heilmittel für Potenzstörungen, wie z.B. Viagra oder Levitra, wirkt Cialis durch die Ankurbelung der Wirkung von Stickstoffmonoxid, das die Blutzufuhr zm Penis entspannt und öffnet, und damit eine Erektion erleichtert. Das Heilmittel hat jedoch eine ganz andere Wirkung auf das Immunsystem, erklärt der leitende Forscher Joseph Califano, der als Hals-Nasen-Ohrenarzt sowie Kopf- und Hals-Chirurg an der John-Hopkins Universität tätig ist und auf dem Symposium seine neue klinische Studie vorstellte.Allen Anschein nach könnte Cialis nämlich Immunzellen davor zu schützen, von Krebszellen in die Irre geführt zu werden.
Ein gemeinsames Merkmal von Kopf-und Halskrebs, der auch im Mund, Rachen, Mandeln, Kehlkopf, Zunge und Gaumen auftreten können, ist die Fähigkeit, die körpereigene Abwehrmechanismen zu unterdrücken, so Califano. Dies erfolgt u.a. durch die Beschleunigung der Aktivitäten von sogenannten "Suppressor"-Zellen, die die Aktivität von Immunzellen, die sonst den Tumor attackieren würden, blockieren, erklärt er. Cialis scheint in die entgegengesetzte Richtung zu arbeiten; es läßt Immunzellen frei, die die Krebszellen bekämpfen.
Ein Vorteile der Verwendung von Cialis in der Krebsbehandlung ist, dass es nur wenige Nebenwirkungen hat, außer den offensichtlichen (und einige würden sagen, angenehmen) Auswirkungen auf die männlichen Fortpflanzungsorgane, sagt Califano. "Es ist sehr schön, ein Heilmittel, das grundsätzlich sehr sicher ist, zu haben."
Die offensichtliche Nebenwirkung von Cialis erschwierigt es jedoch, eine placebo-kontrollierte Studie durchzuführen, so Califano. Unter idealen Umständen, wissen die Teilnehmer an klinischen Studie nicht, ob sie das Medikament oder das Placebo einnehmen. Mit Ciali ist das jedoch schwierig, zumindest bei männlichen Patienten.
Jedes Jahr werden rund 600.000 Menschen weltweit mit Kopf und -Halskrebs diagnostiziert. Die Hälfte davon wird innerhalb von fünf Jahren an der Krankheit sterben, so Gillison.
An der Cialis-Studie, die - so die Hoffnung Califanos - in zwei Jahren beendet ist, werden 40 Männer und Frauen mit Kopf- und Halskrebs teilnehmen. Sollte das Arzneimittel den Krebswachstum bei diesen Patienten zurückhalten, plant er, eine größere klinische Studie folgen zu lassen.